Bei mir im Büro steht immer ein Kasten Wasser. Mehrweg seit vielen Jahren, Marke steht auch fest. Ich bin also ein traditioneller Mineralwasser-Marken-Mehrweg-Käufer. Gerade war ich wieder zum Nachfüllen bei meinem Edekaner. Meine Marke steht für 4,99 Euro plus Pfand (3,30 Euro) bereit. Beim Blick über das Wasserangebot blieb ich automatisch beim Wasserangebot der Edeka Eigenmarke hängen: 1,5 Liter Mineralwasser in der Einwegflasche für 0,19 Euro plus 0,25 Euro Pfand. 19 Cent!!! Das Pfand ist mehr wert als die Ware!
Wenn ich hier mal umrechne kostet mich der Mehrwegliter 41,6 Cent. Dafür bekomme ich drei Liter in Einweg! Gut, nicht meine Marke – aber der Preis ist ein Wort. Die 25 Cent Pfand auf Einweg bekomme ich ja genauso wieder zurück wie die 3,30 bei Mehrweg. Und das wird doch alles prima entsorgt und wiederverwertet, oder?
Natürlich kenne ich die Diskussion: Mehrwegflaschen aus Glas müssen nur alle 40 oder 50 Umläufe ausgetauscht werden. Auch Mehrweg-PETflaschen werden mehrmals, aber längst nicht so oft wie Glas, wiederbefüllt. Einwegflaschen werden halt nur einmal benutzt und dann zu Parkbänken. Interessierte Kreise rechnen vor, dass ein einziger Mineralwasser-Kasten mit 12 grünen Mehrwegglasflaschen (0,75 Liter), die durchschnittlich 53 Mal wiederbefüllt werden, gut 320 PET-Einwegflaschen (1,5 Liter) ersetzen. Wow!
Muss ich ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich Einweg kaufe? Wenn mir Glas zu schwer ist? Wenn ich sparen will oder muss?



Dass der Inhalt günstiger zu haben ist als der Behälter, ist doch nicht ungewöhnlich. Oder zahlen Sie für eine Tankfüllung mehr als für einen Gebrauchtwagen?
Welchen Anteil hat der Trinkwasserverbrauch wohl an Ihrem gesamten Umweltfußabdruck? Wenn Sie das Wasser mit dem Auto einkaufen gehen, statt zu Fuß zu gehen, sollten Sie sich mehr Gedanken machen.
Trinkwasser aus dem Hahn ist eine wirkliche Alternative: Es ist viel billiger, immer frisch und die Schlepperei entfällt. Und es ist etwa 1.000 Mal umweltfreundlicher als Mineralwasser.
http://www.trinkwasser.ch/dt/html/download/pdf/twi3.pdf
Beim Auto und Benzin ist es schon etwas anders als beim Mineralwasser, oder? Hier ist das Auto der eigentliche Produktzweck, das Benzin nur Mittel zum Zweck. Beim Mineralwasser ….
Und wenn das Trinkwasser aus dem Hahn Rheinuferfiltrat ist und nur durch gekonntes Mischen die Nitrat-Grenzwerte einhält oder gar aus alten Rohren fließt, darf der Griff zum Mineralwasser erlaubt sein. Auch sonst ist ein gutes Mineralwasser, schön mit Kohlensäure, einfach besser als Kranenwasser.
Aber ich gebe zu: Leitungswasser ist eine Alternative, nur nicht immer und überall.
@marion. das ist mal wieder typisch, da macht sich einer gedanken und bekommt gleich mal wieder einen moralischen verpasst, obwohl das mit sicherheit falsch adressiert ist.
Das Leitungswasser hier in der Berliner Mitte Plattenbaute möchte ich nicht wirklich trinken, wenn sogar meine Haut den Chloranteil gelegentlich nicht verträgt, wird meine Gesundheit es mir danken?
und ja, ich bin mir meines umweltfußabdrucks bewusst (lichtblickstrom, ausschließlich fleisch von regionalen bauern direkt vom hof gekauft, keine harte chemie sondern frosch-freundin und stifung ökotest im abo)
aber mit dieser hau-drauf mentalität, wie der ihren haben sich peta, die grünen und die emanzipation schon so manche aversionen eingehandelt, die komplett unnötig sind. (ist genau wie in der kirche, wenn der pfarrer den 5 anwesenden erzählt, wie furchtbar es ist, dass niemand mehr in die kirche geht)
ein bißchen entspannter und weniger anklagend sollte da pflicht sein (und woher wissen wir dass der fragesteller auto fährt, bzw überhaupt ein auto hat oder gar irgendwo auf dem land wohnt – nächster supermarkt 12km weg und ohne auto nix zu essen?!?!)
aber evtl überinterpretiere ich grade auch aufgrund wunderbarer und selbst erlebter diskussionen, in dem fall nehme ich alles zurück.
@fragesteller
solange man sich der umweltfaktoren bewusst ist und im rahmen seiner möglichkeiten handelt, sollte man kein schlechtes gewissen haben. Sprich wenn Sparkurs angesagt ist, dann ist Sparkurs angesagt.