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Schummel-Sekt?

sekt.jpg 130 × 191 PixelNach der letzten “Frontal 21″-Sendung bin ich gleich in meinen Keller und hab die dort lagernden Sektflaschen (vier Stück plus ein Schampus) gecheckt. Denn die Fernsehmacher der ZDF-Sendung hatten mich gewarnt. Schummelsekt mit künstlicher Kohlensäure sei im Umlauf! Schon wieder eine Mogelpackung!

Jedenfalls haben die “Frontal-Macher” bzw. der beauftragte TÜV bei Stichproben industriell hergestellte Kohlensäure in Marken-Sekt  gefunden. Das ist nicht erlaubt und ein Verstoß gegen die EU-Schaumweinverordnung (Sekt ist Schaumwein). Danach darf Schaumwein nur Kohlensäure enthalten, die aus der alkoholischen Gärung stammt.  Schaumwein mit künstlich zugesetzter Kohlensäure darf nicht mehr “Sekt” heißen, sondern nur noch “Schaumwein mit zugesetzter Kohlensäure”.

Die Frontaler nennen Namen: In der „Schwarzen Mädchentraube“ von der Sektkellerei Schloss Nymphenburg beispielsweise wurden 80 Prozent fremde Kohlensäure gefunden. Beim badischen Sekt “Schloss Munzingen” waren es 59 Prozent und bei „Rotkäppchen“-Sekt 32 Prozent.  Der erste ist mir eh zu süß, den zweiten kriegt man in unserer Gegend selten. Letzteren hab ich gekauft und im Keller. Und gleich verkostet. Gemerkt hab ich nix. Der Sekt hat prima geschmeckt.

Ist aber auch klar, denn beim Abfüllen von Sekt aus Gärtanks komme Lebensmittelkohlensäure zum Einsatz. Diese Säure hat chemisch die gleiche Zusammensetzung wie die durch Gärung im Sekt entstandene Kohlensäure. Also nicht schmeckbar. Die Industriesäure ist erlaubt, eine Vermischung offenbar nicht zu vermeiden. Trotzdem hat künstliche Säure nix im Sekt verloren.

Demnach ist entweder die Vorschrift (siehe oben) quatsch oder die Hersteller schummeln tatsächlich. Also entweder müssen realistische Vorschriften her oder das Schummeln muss unterbunden werden.

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