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Schrumpf-Verpackungen

MarkenbutterIch hätte es vermutlich gar nicht gemerkt. Der Einkauf unter anderem von Butter bei Netto war nix besonderes. Das Päckchen landete mit anderen Einkäufen halt im Kühlschrank. So wie immer. Falsch gedacht.

Nach Lektüre der letzten Spiegel-Ausgabe hab ich noch mal nachgeschaut. Im Kühlschrank liegt ein Päckchen Deutsche Markenbutter mit 200 Gramm. Upps. Butter wiegt doch verpackt immer ein halbes Pfund, also 250 Gramm? Auch falsch. Seit dem Jahr 2000 sind die Packungsgrößen für Butter frei vom Hersteller wählbar. Kleinere Packungen also gesetzlich erlaubt. Hat bisher nur keiner gemacht. Damit macht Netto jetzt Schluss. Dafür kostete das Päckchen auch 79 statt 99 Cent. Das ist aber keine Preissenkung und auch kein Aktionsangebot, sondern schlicht der gleiche Preis.

Quelle der Spiegel-Geschichte ist die Verbraucherzentrale Hamburg. Sie befürchtet, dass die neue Butterpackung die Verkleinerung auch bei anderen Buttermarken salonfähig macht. Und nicht nur bei Butter. Denn die Europäische Union hat dafür gesorgt, dass viele Vorschriften für Verpackungsgrößen auch  hier zu Lande verschwunden sind. Schon kursieren eine Reihe weiterer Beispiele: vom Buttermilchbecher (400ml auf 400ml) den Pampers (40 statt 44 Stück), Philadelphia-Käse (175 statt 200g),  Werthers Sahnetoffees (225 statt 255g), Milky Way (21,9 stqatt 25 g) und und und.

Jetzt fällt es leicht,  über die „bösen“ Hersteller und den „unfairen“ Handel einzuschlagen. Denn natürlich wird hier einkalkuliert, dass der Verbraucher die reduzierten Inhalte nicht bemerkt und so versteckte Preiserhöhungen durchgesetzt werden können.

Aber die Sucht der Deutschen nach dem billigsten Preis fordert auch ihre Tribute. Immer weiter sinkende Preise müssen irgendwo erwirtschaftet werden. Das fordert „kreative Ideen “ wie die genannte geradezu heraus. Dass irgendwann auch die Qualität den Bach runtergehen wird, wurde hier schon des öfteren erwähnt.

2 Comments

  1. Maike sagt:

    Da muss sich sagen ist Netto aber noch recht vorbildlich, dass es rein rechnerisch keine Preisänderung gab. Denn nach meinen Erkenntnissen wurden zwar die Verpackungen verkleinert (spricht ja an und für sich nichts dagegen) jedoch wurden einfach die alten Preise beibehalten.

  2. Reiner Mihr sagt:

    Stimmt. Vollkommen korrekt. Rein rechnerisch kostet die Butter mit 200 Gramm noch genausoviel wie die mit 250 Gramm. Problematisch wird es sicher auch nur, wenn die Reduzierung der Verpackungsmenge verschleiert und das Produkt zum gleichen Preis verkauft wird – eine versteckte Preiserhöhung also.

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