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Der “bessere” Käufer

eierBeim Einkaufen muss sich der Kunde heutzutage höchsten moralischen Anforderungen stellen. Dabei geht es nicht selten um weniger als die Rettung dieser unser Welt. Gerade wieder beim Toom. Beim Kauf von Eiern (10er Pack) erntet der Schreiber böse Blicke von der Mitkäuferin. Ja, ich gebe es zu, ich habe “nur” Eier aus Bodenhaltung gekauft, Bio-Eier sind mir egal! Denn ich hab’s probiert!! Die schmecken nicht besser, die Bio-Eier. Und die Welt retten sie auch nicht!!!  Und ich bin auch kein Tierschützer!

Die Mitkäuferin schüttelt den Kopf und kann es nicht fassen, wie ich sehenden Auges die Welt ins Verderben stürze. Mir ist die Lust auf ein Omelette heut abend vergangen.

Und ich frage mich: Ist der Bioladen im 10 km entfernten Städtchen mit Produkten aus China, Chile und Ghana nachhaltiger als der Laden um die Ecke mit Produkten aus der Region und vielleicht guten Arbeitsbedingungen, energiesparenden Kühlmöbeln etc.?
In der öffentlichen Meinung wird die Bewertung der Qualität von Lebensmitteln, der Qualität von Supermärkten oder das Image eines Unternehmens aber leider nicht durch klar nachvollziehbare Fakten bestimmt. Der Biomarkt samt Bio-Läden und Bio-Produkten wird von Betreibern und Herstellern nach wie vor idealisiert. Hier wird “das Bessere” getan, es besteht ein moralischer Vorsprung gegenüber konventionellen Angeboten. Weil der Bio-Anbieter und der Bio-Hersteller mit seiner Methode, Geld zu verdienen, auch noch die Welt rettet, beansprucht die Branche quasi Generalabsolution. Und das tut selbstverständlich auch der Bio-Käufer, er fühlt sich gegenüber dem Normalkäufer moralisch wertvoller.
Ist er das? Geht es vielleicht auch eine Nummer kleiner?

2 Comments

  1. Bedenklich sagt:

    bei all den Verwirrspielen mit den Konsumenten frage ich mich wohin das führen soll. Es gibt doch jetzt schon eine verlässliche Kennzeichnung: das AMA Gütesiegel, dass könnte man ja prominenter auf den Packungen drucken damit der Konsument sicher nur Lebensmittel aus Österreich kauft.

  2. B. Buck sagt:

    Finde den Beitrag super. Ist mir auch schon passiert. Bin dann aber konsequent und kaufe trotzdem kein Bio. Ist ja nicht nur eine Einstellung in Sachen Umwelt etc. sondern auch eine “Frage des Geldes”.

    Bio hin und Bio her: wenn das Bio-Gemüse aus Übersee kommt ist es doch schon sehr fraglich was mehr die Umwelt belastet: das Bio-Gemüse aus Übersee, das mit vieleEnergieaufwand etc. hierher transportiert werden muss, oder das “normale” Gemüse aus Deutschland.

    Vielleicht sollten die Verantwortlichen sich auch mal Gedanken darüber machen, wie sehr unsere Umwelt durch den Energieaufwand und die Umweltverschmutzung aufgrund der langen Transportwege der Lebensmittel belastet wird.

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