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Werbe-Schrot

monteDie meisten wissen: Werbung dient der gezielten und bewussten als auch der indirekten und unbewussten Beeinflussung der Menschen, um irgendetwas zu kaufen. Der Werbende spricht Bedürfnisse (bewußte oder unbewußte) an und zwar teils durch emotionale, teils informierende Botschaften und motiviert damit zum Kauf.

Für mich ist besonders der Informations-Aspekt der Werbung der wichtige. Ich möchte wissen, was gibt es Neues, was kostet es, wo bekomme ich es. Dabei habe ich nichts dagegen, wenn die Werbung auch mal Gefühle anspricht. Deshalb studiere ich die Handzettel am Wochenende gerne – ganz ehrlich.

Leider ist nirgends verbrieft, dass Werbebotschaften immer stimmen müssen. „Nichts ist unmöglich“ hat ja in jüngster Zeit auch eine ganz neue Bedeutung bekommen. Und ob Melitta den Kaffee immer zum Genuß macht? Da sind mir dann Nonsens-Botschaften a la „Alles Müller – oder was“ schon lieber.

Wenn dann ein Produkt auch noch ein Versprechen abgibt (fettreduziert, ballaststoffreich oder so), sollte es schon stimmen, oder? Erst Recht, wenn es dabei um gesundheitsbezogene Versprechen geht. Dafür gibt es die so genannte Health-Claims-Verordnung. Sie regelt die Kennzeichnung und die Werbung für Lebensmittel hinsichtlich der nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben. Verbindlich festgelegt ist nun europaweit, wann ein Produkt mit nährwertbezogenen Angaben wie “Proteinquelle”, “natriumfrei”, oder “von Natur aus” beworben werden darf.

Jetzt hat zum Beispiel Danone verkündet, seine Marken Actimel und Activia  in Frankreich nicht mehr mit gesundheitsbezogenen Aussagen zu bewerben. Danone will außerdem zwei Anträge bei der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in Parma zurückziehen, mit denen der Konzern seine Werbestrategie decken wollte. Kommt man ja ein wenig ins Zweifeln: Stimmt nun hier in Deutschland noch, was in Frankreich nicht mehr gilt: Stärkung der Abwehrkräfte, Unterstützung der Verdauung?

Nun gut, auch Zott hat gerade sein Fett wegbekommen: Beim Milchmischgetränk Monte solle es sich laut Hersteller um ein gesundes und ausgewogenes Produkt mit „wertvollem Traubenzucker“, geeignet als „leckere Zwischenmahlzeit“ und „idealer Begleiter für Schule und Freizeit“ handeln. Die Verbraucherorganisation “foodwatch”wirft dem Hersteller Verbrauchertäuschung und Lüge vor. Denn Monte sei eine „Zuckerbombe“. Umgerechnet 8 Stück Würfelzucker enthalte ein Fläschchen Monte – mehr als die gleiche Menge Cola. „Wertvoll“ oder gesund sei weder der Traubenzucker, noch die aromatisierte Zucker-Milchcreme-Mischung. Zott will ja jetzt offenbar die Rezeptur ändern, auf der Homepage wird offenbar schon anders geworben.

Das kann jetzt jeder bewerten, wie er will.

One Comment

  1. Na ja, kann man doch wenigstens schon mal als Teilerfolg werten. Ich finde es sehr gut, dass es Organisationen wie foodwatch gibt und unterstütze deren Handlungen auch.

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